🧬 Forschung
Was die Wissenschaft herausfindet
Was die Wissenschaft über Lipödem herausfindet
Was Forscher gerade untersuchen
- Genetik: Eine familiäre Häufung ist bekannt. Bislang konnte kein einzelnes „Lipödem-Gen“ identifiziert werden — mehrere Genbereiche werden untersucht, z. B. AKR1C1 (beeinflusst den Hormonhaushalt) sowie weitere Gene für Immunregulation und Zellwachstum.
- Mikroangiopathie: Forschende vermuten einen frühen Defekt der kleinsten Blut- und Lymphgefäße. Erhöhte VEGF-C-Werte (ein Wachstumsfaktor, der die Lymphgefäßbildung steuert) deuten auf gestörte Gefäßpermeabilität hin — das würde erklären, warum Flüssigkeit im Gewebe bleibt.
- Entzündung: Studien finden bei Lipödem eine stärkere systemische Entzündungsreaktion als bei reiner Adipositas, zusammen mit erhöhtem oxidativen Stress im Fettgewebe.
- Schmerzforschung: Preisgekrönte Forschung 2024 an der Uniklinik Köln zeigte, dass Druck- und Vibrationsschwellen bei Lipödem messbar verändert sind — ein Schritt in Richtung objektivierbare Diagnose.
- Ernährung & Gewicht: Eine Studie mit 200 Patientinnen zeigte überraschend: Bei knapp 87 % verbesserte sich das Lipödem, wenn Ernährung umgestellt und Gewicht reduziert wurde. Das bedeutet nicht, dass Übergewicht die Ursache ist — aber Lebensstilfaktoren spielen eine Rolle.
AWMF S2k-Leitlinie 2024; Wissenschaftspreis LipödemGesellschaft 2024; Schlosspark Klinik Update 2024; Uniklinik RWTH Aachen EKFS-Projekt 2025
Laufende Projekte
- Multicenter-Studie zu Schmerzprofilen bei Lipödem (Uniklinik Köln)
- EKFS-gefördertes Projekt zu Gefäßmechanismen, Uniklinik RWTH Aachen (320.000 €)
- Histologische 3D-Gewebeanalysen (Hägerling-Gruppe, 2024)
- Genetische Konsortiumsforschung (UK Lipoedema-Kohorte)