đź“° Aktuelle News
Politik, Kasse & Entwicklungen
Stand März 2026 — relevante Entwicklungen für Betroffene
Liposuktion ist jetzt Kassenleistung — in allen Stadien
Oktober 2025
Seit dem 8. Oktober 2025 ist die Fettabsaugung bei Lipödem eine reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) — unabhängig vom Stadium. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 17. Juli 2025 einstimmig beschlossen, basierend auf den Ergebnissen der LIPLEG-Studie. Behandlungen an Beinen und Armen sind eingeschlossen.
Was muss ich erfĂĽllen, um die OP erstattet zu bekommen?
Juli 2025
Es gelten klare Kriterien: mindestens 6 Monate dokumentierte konservative Therapie, keine Gewichtszunahme in diesem Zeitraum, Diagnose im Vier-Augen-Prinzip. Bei einem BMI zwischen 32 und 35 muss zusätzlich die Waist-to-Height-Ratio (WHtR) stimmen. Bei einem BMI über 35 muss zunächst die Adipositas behandelt werden.
Neue Standards: Nur erfahrene Ärzte dürfen operieren
2025
Die Qualitätssicherungs-Richtlinie des G-BA legt fest, dass nur Ärzte mit mindestens 50 eigenständigen Liposuktionen bei Lipödem oder 20 Eingriffen unter Anleitung den Eingriff als Kassenleistung anbieten dürfen.
Weniger Geld für Psychotherapeutinnen — was das für Patientinnen bedeutet
2025
Seit 2023 und verstärkt in 2024/2025 haben niedergelassene Psychotherapeutinnen mit Kassensitz erhebliche Honorarkürzungen hinnehmen müssen. Die Vergütung pro Therapiestunde wurde in einigen Bereichen real gesenkt — während die Kosten für Praxismiete, Personal und Verwaltung gestiegen sind.
Was das fĂĽr Betroffene bedeutet:
- Einige Praxen nehmen keine neuen Patientinnen mehr auf oder schränken ihre Kassenstunden ein
- Therapeutinnen ohne wirtschaftliche Absicherung schlieĂźen Praxen oder wechseln in den Privatbereich
- Das Angebot an Kassensitz-Plätzen könnte sich mittelfristig weiter verknappen
Berufsverbände wie die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) haben die Kürzungen scharf kritisiert und fordern eine kostendeckende Vergütung. Die politische Debatte läuft — ein Ende ist noch nicht absehbar.
Quelle: Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), KBV — Stand: 2025
Budgetdeckel in der Psychotherapie — was steckt dahinter?
2025
Ein weniger bekanntes, aber folgenreiches Problem: Psychotherapeutinnen mit Kassensitz haben ein sogenanntes Behandlungsbudget, das vorgibt, wie viele Patientinnen sie pro Quartal abrechnen dürfen. Ist dieses Budget ausgeschöpft, können sie keine weiteren Kassensitzungen mehr abrechnen — selbst wenn noch Kapazitäten vorhanden wären.
Das bedeutet konkret:
- Therapeutinnen, deren Budget erschöpft ist, müssen Patientinnen ablehnen oder auf das nächste Quartal vertrösten
- Wer trotzdem behandelt, arbeitet de facto unbezahlt oder riskiert RĂĽckforderungen durch die Kasse
- Das System setzt Anreize, weniger Patientinnen anzunehmen — nicht mehr
Hintergrund: Das Budgetierungssystem soll die Ausgaben der Krankenkassen begrenzen. Kritiker:innen — darunter die BPtK — sehen darin eine strukturelle Hürde für die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland, die den ohnehin hohen Versorgungsdruck weiter verschärft. Die Bundesregierung hat Reformen angekündigt, konkrete Änderungen stehen jedoch noch aus.
Quelle: Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), GKV-Spitzenverband — Stand: 2025
EBM-Ziffern festgelegt: auch ambulante Eingriffe abrechenbar
Juli 2026
Update: Die Abrechnungsziffern im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) sind inzwischen festgelegt. Damit können neben stationären nun auch ambulante Liposuktionen bei Lipödem über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden — ein wichtiger Schritt, der den Zugang zur Behandlung erleichtert. Es gelten weiterhin die bekannten Voraussetzungen: mindestens sechs Monate dokumentierte konservative Therapie, keine Gewichtszunahme in diesem Zeitraum und die Diagnose im Vier-Augen-Prinzip.
#lipödemkampagne: Sichtbarkeit wächst
Laufend
Seit 2025 läuft eine der größten deutschsprachigen Aufklärungskampagnen zum Thema Lipödem. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen — denn noch immer warten viele Frauen über 10 Jahre auf die richtige Diagnose.